Reviewed by Holger Gensel Germany
Zu Saisonbeginn hat der Circus Knie sein neues Chapiteau in Betrieb genommen. Dazu gehört auch ein neues Gradin, daß nur aus gepolsterten Klappsitzen besteht und gemäß den Gastspielorten in zwei verschiedenen Größen (mehr oder weniger Sitzplätze) aufgebaut werden kann. Zum Transport dieses vielen Materials wurden mehrere neue Anhänger und Wechselbrücken angeschafft. Und so schlagen sich diese Investionskosten leider in den stark angehobenen Eintrittspreisen nieder.
Nun aber zum diesjährigen Programm mit dem Titel „Bellissimo,“ daß vom
9-Mann-Orchester unter der Leitung von Ruslan Fil eröffnet wird. Enrico Caroli, langjähriger Manegensprecher begrüßt auch dieses Jahr die Zuschauer im Namen der Familien Knie und gibt dann die Manege frei für das Ballett Compagnie, bestehend aus sechs Damen und drei Herren, als Harlekine, die in ihren Tanz, teilweise bis zu 2-Mann-hoch, auch Handvoltigen eingebaut haben.
Den artistischen Reigen eröffnet dann Mario Berousek mit seiner gekonnten Jonglage mit bis zu sieben Keulen und zum Abschluß mit drei Stück in hohem Tempo.
An das Trapez geht es dann mit dem Duo Nostalgia, die einem romantischen Akt u.a. mit Nacken- und Fersenhang zeigen. Danach ärgert Clown Pavel Boyarinov, der mit seinem großen Koffer die Manege betritt und eine kleine Geige auspackt, Manegensprecher Caroli. Zu einem Tango tanzenden Paar, in der Mitte der Manege, reiten dann Géraldine Katharina Knie und Maycol Errani die hohe Schule.
Die sechs asiatischen Elefanten, die mit einer Pyramide vor der Gardine beginnen, werden von Franko Knie sen. und jun. vorgeführt. So kriechen u.a. zwei Tiere unter ihren Artgenossen hindurch, beim Abliegen benötigt ein Elefant ein Kissen und Linna Knie-Sun zeigt einen Spagat in der Schlaufe, gehalten von einem sitzenden Elefanten. Bevor die sieben Herren und zwei Damen der Fuijan Lasso Group ihre Lassos schwingen u.a. im Spagat als Hebefigur und auch zu
3-Mann-hoch, mit fünf Lassos, dreht eine Frau im Spiegelkostüm eine Runde auf der Piste. Den zweiten Teil nach der Pause eröffnen dann wieder sechs Personen der Compagnie, als Schwäne. Nochmals hoch unter die Circuskuppel geht es mit Anton Belyakov und seiner Arbeit an den Strapaten u.a. mit Auf- und Abrollen, Schaukeln im Spagat und Abfaller.
Die große Pferde- und Exotenfreiheit von Freddy Knie leitet die Compagnie mit ungarischer Folklore ein. Zu sehen gibt es zuerst fünf Pferde u.a. mit Richtungswechsel, dem Stand mit den Vorderläufen auf dem Manegenkasten, wobei ein Pony unter den Pferden hindurchläuft und Formationen, sowie eine Kamelfreiheit von sechs Tieren mit Richtungswechsel, Gegeneinanderlauf, Doppelwalzing, Formationen und Abliegen. Weiterhin drei Braune Pferde, die sich als Steiger herauskristallisieren und zusammen mit vier weißen und vier schwarzen Pferden Formationen bilden. Unter anderem ist noch ein Pony als Steiger sowie ein springendes Lama zu sehen.
Poetisch geht es nochmals bei Clown Pavel Boyarinov und seinem Minielefanten zu. Als Ersatz für die erkrankten Alexis Brothers wurde Elena verpflichtet und sie beginnt ihre Kontorsionsarbeit auf dem hohen Podest mit einem Spitzentanz. Mit ihren ikarischen Spielen laufen dann die Fratellini Errani, vor dem großen Finale, wo alle Artisten nochmals namentlich vorgestellt werden, zu Höchstleistungen auf.
In der deutschsprachigen Schweiz lockern die zwei Herren von Chaos-Theater Oropax in mehreren Auftritten, mit speziell für die Schweiz abgestimmten Wortspielen, das Programm auf, bis hin zur Angstüberwindung, indem einer der Herren kopfüber in ein kleines Aquarium eintaucht.
Weitere Informationen zum Circus Knie unter www.knie.ch