Circus Paul Busch 2008
Bereits das zweite Jahr reist nun Henry Spindler mit seinem Unternehmen Livetime Circusproduktion unter dem Namen Paul Busch. Große Veränderungen gegenüber dem Premierenprogramm 2007 gibt es nicht und so eröffnet Heiko Olf, der bereits Mitte letzten Jahres Carmen Zander ersetzt hat, mit seinen Löwen das diesjährige Programm. Neu in der Gruppe ist jetzt noch ein Tiger. Bei den Löwen handelt es sich um drei weibliche und ein männliches Tier, die u.a. die Pyramide, Hochsitzer, Sprünge, Walzing, den Balkenlauf und den Scheintod zeigen. Auf einem Tier kann sich Heiko Olf sogar setzen.
Im ersten Teil hat Olga Sebesevych zwei Auftritte, zum Einen mit einem Rendezvous mit einem Kleiderständer, bei dem eine kleine Quickchange-Einlage eingebaut ist und zum Anderen mit einer sehr ästhetischen Arbeit am Luftring u.a. mit Spagat, Fersenhang und Todesspirale. Des weiteren assistiert sie ihrem Mann Oleg im zweiten Teil bei seiner Handstandequilibristik und wickelt sich um seinen Körper, während er einen Einarmer auf seinem Podest zeigt. Zum Abschluß geht er auf den Händen die Treppe seines Arbeitsgerätes herunter.
Aber auch Henry Fröchte ist zweimal zu erleben, zuerst mit seinen tanzenden Tellern und dann zu Beginn des zweiten Teils als „Winnetou,“ wenn er ungewöhnliche Dinge wie Trommel, Marterpfahl und Feuerwalze in seine Antipodenarbeit einbezieht, ebenso wie vier Bälle, die er auf Händen und Füßen tanzen läßt.
Seine ganze Liebe gehört seinen vier russischen Braunbären und so präsentiert Direktor Henry Spindler aber nur zwei dieser Tiere in einer humanen Dressur in der Manege mit u.a. dem Überspringen von Hürden, Purzelbaum schlagen und einem Handstand auf dem Podest. Aber auch mit der Freiheit aus zwei Dromedaren und drei braunen Araberhengsten mit Walzing, Richtungswechsel, Formationen und Gegeneinanderlauf weiß Herr Direktor zu begeistern.
Als Höhepunkt im zweiten Teil werden zu recht Alessandro & Kristina herausgestellt, während sie zuerst leichtfüßig über das Drahtseil tanzt, bevor er den Draht zum Schlappseil umfunktioniert und darauf jonglierend läuft, diesen mit dem Einrad befährt, Rola-Rola und eine Leiterbalance darauf zeigt und zum Abschluß sie auf den Schultern von einer zur anderen Seite trägt.
Aber auch im ersten Programmteil sieht man die Beiden, wenn sie eine Persiflage zwischen Auto- und Fahrradfahrer zeigen, die dann in einem Hupkonzert endet. Ein Lächeln in die Gesichter die Zuschauer zaubert Ronny Fontner bei seinen unzähligen Reprisen. Aber auch artistisch, mit einem einarmigen Handstand auf der Stuhllehne und einem Salto mit Schraube, bei dem natürlich die Hose verloren geht, braucht sich dieser junge Nachwuchsclown nicht zu verstecken. Bliebe noch die Familie Kaulis. Klaus Kaulis, der nicht nur Pressesprecher des Unternehmens ist, führt gekonnt durch das Programm, während seine Frau Batama sich in einer Fakirshow als Feuerschluckerin präsentiert, sich mit Würgeschlangen behängt,
Frl. Meyer, einem Alligatoren in der Manege laufen läßt und über Scherben geht. Sohn Bobo hingegen läßt Feuerbolas kreisen. Zum großen Finale versammeln sich dann nochmals alle Artisten in der Manege und ein unterhaltsames Programm geht somit zu Ende. Den guten Gesamteindruck verstärkt natürlich noch das hervorragende 4-Mann-Orchester, daß auch schon lange vor Vorstellungsbeginn aufspielt.